Wrag!

Liebe

Während Julia sich selbstredend ein Bett gekauft hat, hat sich Andrea ein selbstredendes Bett gekauft.

Das sprach immer, wenn sie schlafen wollte. Und immer wenn sie lag, sprach es.

Allerlei schöne und liebliche Dinge flüsterte es ihr ins Ohr. Ihre Ohren wurden zuweilen oft von schönen und lieblichen Dingen gestreichelt, die das selbstredende Bett von sich gab.

Und es dauerte nicht lange, da schöpfte Andrea den schwerwiegenden Verdacht, dass es das Bett auf sie abgesehen hat.

Doch es ignorierte Andreas Abweisung, sprach von ihrem schönen Rücken und den glatten Schenkeln und davon, wie sie ihm gefiel.

Manche Menschen können eben nur schlafen, wenn sie Zuneigung bekommen und man nimmt sich eben was man hat.

Julia sollte leider in einer unglücklichen Verstrickung im Schlaf von ihrem Kissen erstickt werden, wofür auch Ikea nichts kann.

Tag des Buches

Sidorra und Anddharta machten einen Spaziergang.
Sidorra sagte: Hey, die Welt ist schlecht, die Welt ist schlecht, wir müssen beten und Kräuter fressen.
Anddharta sagte: Du hast recht, du hast recht, wir sind schlecht und wollen Bräute fesseln.
Sidorra sagte: Wir sind alle Nazis.
Anddharta sagte: Wir sind alle Buddha.
Sidorra sagte: Du bist ich…
Anddharta sagte: …und ich bin du!!!

Und die Lehre dieses Spaziergangs?

Es bleibt nur die Leere ihres Papiergesangs.

Urheberrechtsklon

Lothar kopierte sehr gerne Sachen.

Schon als er ganz klein war, wollte er von allen Sachen immer das Doppelpack.

Da traf es sich vorzüglich, dass es in seinem Büro einen Kopierer hatte.

Anfangs kopierte er noch Texte und Bilder und Seiten aus seinen Büchern, die er las.

Aber er bemerkte, dass ihn das nicht weiterbrachte.

Dann begann er einfache Sachen zu kopieren, eine Nagelschere, seine Hände oder eine Arbeitsmappe.

Später kopierte er des öfteren Gesichter, schaltete seine eigene Website hoch und veröffentlichte die kopierten Bilder.

Natürlich war es auch für ihn etwas fraglich, seine Mitarbeiter und die Assistentinnen mit Gewalt auf den Kopierer zu schmettern um sie kopieren zu können, um einen besonderen Gesichtseindruck einzufangen.

Aber jedem das seine.

Sein Chef fand das auch, er fand: Dem Lothar seine Website, dem Chef einen Mitarbeiter, der ihn nicht im Kopierraum überrumpelt.

Lothar würde einmal ganz gross werden.

Gerade vor seinem Auftritt an der Art Basel musste Lothar feststellen, dass schon ein anderer die Sachen ausstellte, die er eigentlich erst aufzubauen vorhatte.

Man hatte ihn doch tatsächlich einfach kopiert und sich als ihn ausgegeben.

Erst da fiel es dem Lothar auf, dass es eigentlich hiess:
Jedem, das meinige.

Nur hatte das noch nie ein Chef verstanden.