Cédric Weidmann ist Autor, Literaturvermittler und Wissenschaftler mit einem Schwerpunkt auf Materialismus und Logistik.



Autor
Seit Beginn eines literarischen Blogs im Jahr 2006 schreibe ich Kollektivprojekte, Theaterstücke und Erzähltexte.
Ich habe einige Literaturpreise gewonnen, zum Beispiel den 3. Platz beim Buchjournal-Wettbewerb, den 1. Platz beim Stammplatz-Wettbewerb und den Wartholz-Literaturpreis (10’000 Euro).
Meistens aber nicht. Also habe ich auch Collagen über das Scheitern verfasst.
Ein Spezialinteresse ist die literarische Dokumentation von Arbeits- und Forschungsprozessen.
Zum Beispiel für Labor mit Utopieverdacht, WSS Architekten und die Schweizerische Akademie für Technische Wissenschaften.
Ausserdem interessiere ich mich für kollektive, adversative und kollaborative Schreibprozesse.
Literaturkritik
Seit 2024 bin ich Teil der Programmkommission der Solothurner Literaturtage und in der Jury von Linguissimo, einem mehrsprachigen Literaturpreis vom Forum Helveticum.
Kritiken sind im Coucou, in der Süddeutsche Zeitung und in delirium erschienen.
Literaturvermittlung

Seit 2022 leite ich das Aargauer Literaturhaus Lenzburg, ein Literaturhaus mit einem internationalen, digital-hybriden Programm und einem Schwerpunkt auf Workshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
2024 habe ich das grösste Festival für BookTok- und Bookstagram-Communities der Schweiz gegründet und co-organisiert: die Topshelf Night auf Schloss Lenzburg.

Seit 2013 bin ich Mit-Herausgeber von delirium – Zeitschrift gegen Literatur, das sich online und digital mit einem radikalen Format den klassischen Strukturen des Literaturbetriebs entgegenstellt: Jeder Text im delirium bezieht sich auf einen anderen und erhält eine Kritik; so entsteht ein kollektiver Dialog über gute und schlechte Literatur, der zu einem dichten Geflecht angewachsen ist.
Wissenschaft
Ich habe Wirtschafts- & Literaturwissenschaften studiert und an der ETH Zürich promoviert. Meine Dissertation behandelt die Rolle der Nostalgie im Umgang mit der Zukunft und zukünftigen Gesellschaften.
Das Buch „Antizipation der Nostalgie“ erscheint 2025 als open access im Verbrecher Verlag.
Mit dem Begriff „Logistik“ verstehe ich, dass Ideen, Zeichen, Revolutionen und Zeitvorstellungen nicht frei zirkulieren, sondern sich in bestimmten materialistischen Mustern und Zugriffsketten – „Logistiken“ – fortbewegen und verbreiten. Mehr dazu im gemeinsamen Paper mit Sébastien Fanzun: „Material und Zugriff. Grundrisse einer logistischen Literaturwissenschaft“.
Seminare an der ETH Zürich:
„Ökonomie und Literatur“ (FS 2021) „Science Fiction“ (FS 2022)
„Schreiben aus der Forschung“ (FS 2023)
„Kollektives Schreiben“ (HS 2023).
Weitere Schreibworkshops:
„Weirding the Research“ an der Universität Zürich (FS 2024)
„Kollektives Schreiben“ und „Literarisches Schreiben“ an der Schule für Angewandte Linguistik (HS 2025)


