Socken

von Cedric Weidmann

Das meiste, was in ihm drinsteckte, waren Socken.
Ich weiss nicht, woher sie kamen. Sie verbreiteten einen übelriechenden Geruch und liessen sich in seinem ganzen Körper finden. In seiner Lunge befanden sich zwei Frauenstrümpfe, was ich mir ja noch hätte erklären können, weil ich kein fantasieloser Mensch war und schon vieles gesehen hatte. Mich wunderte nur, dass aus seiner Milz ein paar blutgetränkte Socken hingen und sein Blinddarm von einem weiteren umschlungen war. Auch die Unterhose, die sich in seinem Kniegelenk versteckte und die ich erst nach einer halben Stunde entfernen konnte, liess ein ungutes Gefühl bei mir zurück. Es war als hätten sie ihn innerlich gefressen, die Socken und Strümpfe, als hätten sie ihn zu Tode gestunken. Ich stapelte die blutigen Knollen von Unterwäsche auf dem Ablagetisch.
Dann füllte ich die Waschmaschine und begann mit dem ersten Waschgang. Dass mir das nicht noch einmal passierte!