Der Zweifel

von Cedric Weidmann

Es gehören immer zwei dazu.
Aber das stimmt nicht.
Zu vielen Dingen
gehört niemand.

Ich schenke dir gerne Kaffee ein
und schenke dir gerne Kaffee ein.

Wäre ich seit 10.000 Jahren
im Gletscher verschüttet,
würdest du mich heute
enteisen?

Du glänzt mit vorauseilendem
Ungehorsam und bist mir das,
was einem Käfer die Sohle,
was einem Habicht die Dohle,
was einem Banker die Kohle.

Ich bin dir was?

Was einem Fenster die Aussicht,
was einem Knasti die Aufsicht,
was einem Ding der Unmöglichkeit
die Machbarkeit ist?

Du trinkst eigentlich lieber den Tee,
aber trinkst eigentlich lieber den Tee.

Werde ich für 10.000 Jahre
in Kupfer verhüttet,
wirst du mich schliesslich
enteisenen?