Du hast eine Made im Gesicht

von Cedric Weidmann

Er war nicht selbtbewusst, aber er liess sich nicht alles gefallen.
Als sein Freund ihn etwas länger als gewöhnlich betrachtete und den Blick in seine Wange versenkte und bezeugte, er habe etwas im Gesicht, fragte er, was dieses etwas denn sei.
„Ich glaube,… du hast da eine Made im Gesicht!“
Und in schnellem Eifer antwortete er: „Nein, hab ich nicht.“
Der Freund glaubte es nicht und neigte den Kopf noch einmal näher, doch fand er die rechten Worte nicht zur rechten Zeit und zweifelte an der Made selbst, die klein und undeutlich im Gesicht hing.
Nach einer Weile kam ein zweiter Freund.
„Du hast da was im Gesicht.“
„Nein, hab ich nicht“, antwortete er.
Der zweite Freund wollte etwas einwenden und sah sich hilfesuchend zum ersten um, der sich mit einem gewissen Nachdruck an den Betreffenden wandte: „Doch, du hast eine Made im Gesicht.“
„Nein, das hab ich nicht.“
Auch der Nachkömmling lehnte sich nach vorne und kniff die Augen zusammen, um der Made völlig versichert zu sein.
Ein dritter Freund kam nach einer Stunde auch hinzu und sagte: „Hey, du hast da etwas im Gesicht.“
„Nein, hab ich nicht.“
Die beiden weiteren Freunde, nach denen er sich umdrehte, zuckten nur mit den Achseln und assen weiter ihr Mittagessen. So dann lehnte er sich nach vorne und nach einer Weile begann auch er mit dem Essen.
Dann trafen sie auf einen Bekannten vor der Cafeteria, der sagte gleich: „Hey, du hast etwas im Gesicht.“
„Nein, hab ich nicht.“
„Doch! Ich glaube, es ist eine Made.“
„Nein, ist es nicht“, erwiderten seine Freunde.
„Nicht? Aber er hat etwas im Gesicht.“
„Nein, hat er nicht“, bekräftigten sie.