God Games ZWEI ; Die Visible Hand & das Us-Suffix (Populous, Redus, Godus)

von Cedric Weidmann

Der zweite Teil meiner Essayreihe zu God Games. Es geht um Hände!

Freies Feld

Von CÉDRIC WEIDMANN.

Ich möchte in der Reihe zu Götterspielen dort weitermachen, wo ich vor zwei Wochen aufgehört habe. In God Games EINS wollte ich zwei Dinge zeigen: Erstens ist das God Game keine Simulation. Das heisst, man zählt es zwar zu den Simulationen, aber da es nichts simuliert ausser die völlige Selbstbespiegelung hat eine komplette Simulation — also die Simulation einer göttlichen Allmacht — weder einen epistemischen, noch einen spielerischen Wert. Wir haben diese Kritik einer panludistischen Ansicht ja bereits bei Vilém Flusser gesehen. Das Spiel braucht eine Begrenztheit, um seine Wirkung entfalten zu können: Einen Magic Circle.
Das zweite Problem ist die Durchlässigkeit dieses Magic Circles. Denn ein God Game zeichnet sich dadurch aus, dass der Spieler ausserhalb des Spiels steht. Ein auktorialer Erzähler hat kein Problem, ausserhalb der Erzählung zu sein. Wenn er nicht gerade grössenwahnsinnig ist («Heute haben wir schönes Wetter, bestimme ich jetzt einfach mal.»…

Ursprünglichen Post anzeigen 995 weitere Wörter