Der Donut

von Cedric Weidmann

Der Song heisst Autopower.

«Sag mal», sagt er im Ton eines 80er-Jahre-Films, während er auf der Kühlerhaube des Polizeiautos sitzt und in den Donut beisst.
«Wie meinst du?», fragt der andere, der den Afro zurückkämmt und die grosse Fliegerbrille aufsetzt.
«Ist die Pause nicht schon vorbei?»
«Wie meinst du vorbei?», sagt er und lächelt.
Dann kurven die beiden mit stillem Blaulicht durch die Strassen, der Sand von Floridas Küste fegt ihnen durch die geöffneten Fenster in die so bemüht unbewegten Gesichter und sie blicken hinaus auf den mattgetönten Goldnachmittag, während ihre Kurven laute und stinkende Bremsstreifen in den Asphalt schrauben, und sie knisternde Meldungen aus dem Walkie Talkie plärren hören, sie blicken kalt, stolz und zufrieden, wie man nur blicken kann, wenn man Verbrecher in einer Welt jagt, in der man sie selbst dann dingfest machen kann, wenn man noch vom Chef rausgeworfen oder in eine Affäre mit einer der hübschen Cheerleaderinnen verstrickt werden sollte, aber es ist ein sehr rechtschaffener Blick.

sonntagabendsong