Wrag!

Cédric Weidmann, 27, schreibt.

Kategorie: Rally

Xias neues Knie (Rally)

Xia wurde aus den Gedanken gerissen, als das Telefon klingelte. Er tropfte den Gehstock ab und legte ihn neben das Waschbecken. Er war längst sauber geworden und die letzten Tropfen des Bluts sickerten zähflüssig wie Speichel in die Kanalisation. Er trocknete sich die Hände an einem Handtuch und ging auf das goldene Telefon zu.
«Wer könnte das sein?», fragte Xias Mutter. Xia zuckte zusammen, als er sie sah. Sie sass auf einem grossen Ohrensessel mit dem Rücken zur Fensterfront. Sie streichelte auf ihrem Schoss einen toten Fisch.
«Mutter?» Sein Mund war trocken.
«Ja?»
«Wer bist du?»
«Wer soll ich sein, Xia, du weisst, dass diese Frage für jeden Mensch schwierig ist.»
Das Telefon klingelte noch immer. Xia ging auf die alte Frau zu, riss ihr den Fisch aus den Händen. Mit aufgerissenen Augen starrte er sie an und schnupperte wie ein Verrückter am Fisch.
«Ha!» rief er aus. Hatte er es doch gewusst. Der Fisch roch nicht. Es gab ihn nicht.
Seine Mutter zuckte mit den Schultern und sah seufzend über die Rückenlehne aus dem Fenster.
Xia nahm den Hörer ab und presste ihn mit aller Kraft gegen das Ohr. Schweigend bewegte er sich von seiner Mutter, der er verstörte Blicke zuwarf, weg und auf die Küchentür zu. Durch die offene Tür blickte er ins riesige Schlafzimmer des Luxushotels. Die Matratze lag auf dem Boden und die Bettwäsche war mit schwarzem Blut vollgesogen. Der dicke Körper B.s krümmte sich. Er hatte nie einen so dicken Menschen sich krümmen sehen, dachte Xia, während er ihm ruhig zusah. Es sah unwirklich aus. Der Mann, mit einem Knebel im Mund und an den Händen gegen die Kommodenfüsse gekettet, hatte einen geröteten Kopf. Doch auf seinem Gesicht, wenn es sich ihm zuwandte, lag noch ein widerliches Schielen, voller Abschätzigkeit und Häme, das ihm die Stockschläge nicht ausgetrieben hatten.
Vom anderen Ende des Telefons hörte Xia das durchlässige Atmen, das er aus so vielen dunklen Nächten kannte. Dann hörte er die brüchige Stimme des Meisters.
«Xia…»
Sie konnte das Erstaunen nicht verbergen. Auch sie musste Xia an seinen Atemzügen erkannt haben, aber dennoch war sie heiser vor Verblüffung. Vielleicht hatte der Meister B. warnen wollen, und begriff jetzt, dass er zu spät gekommen war. Der Meister brauchte nur kurz, um sich zu fassen.
«So, du hast ihn also getötet?»
«Nein. Nur das Knie.»
Es stimmte immerhin. Wo das Knie des Mannes gewesen war, hatte der Gehstock eine rote Mulde in der Matratze hinterlassen. Natürlich war es eine Untertreibung: B. würde dieses Bein nie wieder benutzen können. In der Mulde zappelte der Stumpf eines Beins, an dessen Ende Sehnen und Muskeln ausfransten. Xia hatte ihm mit einer Krawatte den Oberschenkel abgeschnürt, damit er nicht verblutete. Trotzdem pulsierten kleine Schwälle aus dem Stumpf ins Leintuch.
«Du weisst, dass ich enttäuscht bin», sagte der Meister. «Aber immerhin hast du ihn nicht getötet. Das tröstet mich mit dem Gedanken, dass du in all den Jahren vielleicht doch etwas gelernt hast. Auch wenn alles dagegen spricht.»
«Du weisst, warum ich es getan habe. Und du verstehst es. Es musste heute sein.»
Es knackste in der Leitung. Ein kalter Wind heulte. Dann kam die Stimme zurück. «Ich verstehe es und ich verstehe es nicht. Du weisst noch immer nicht, was du musst und was du wirklich musst.» Aber er klang schon etwas milder. Die Stimme wurde leiser, vielleicht nur, weil die Verbindung schlechter wurde. Der Meister musste die Hälfte des Berges hinuntergestiegen sein, um Empfang zu haben. Er musste immer noch genug hoch oben sein, dass ihm eine einzige Drehung des Winds das Telefonnetz abschneiden konnte. Xia liess den Blick von B. zu seiner Mutter, die keine Anstalten machte, vom Sessel aufzustehen, und wieder zurück gleiten. Er befeuchtete sich die Lippen, brachte aber kein Wort heraus.
«Falls du mich danach fragen willst», sagte der Meister. «Ja: nach allem, was in den alten Büchern steht, wenn du sein Knie wirklich zertrümmert hast, dürfte deines geheilt sein. Es sollte über alle Kräfte verfügen, die dir früher zustanden. So funktioniert das Karma. Du hast dich gerächt und das ist deine Belohnung. Aber du weisst, dass der Preis für deine Rache sehr hoch ist. Dein gesundes Knie ist nicht das gleiche von früher, es ist kein sterbliches Knie mehr.»
Xia befühlte seinen Meniskus. Es fühlte sich kräftig und unverbraucht an: Die Haut, die darüber gespannt war, war ganz weich und ein bisschen feucht, wie das eines kleinen Kindes. B. war ohnmächtig geworden und bewegte sich nicht mehr. Xia Songs Blick blieb auf seiner Mutter ruhen. Sie biss dem rohen Fisch in den Nacken. Eine Weile war es ganz still in der Leitung, die Verbindung brach ab und Xia hörte nur die Zähne seiner Mutter und das Zerrupfen von Fisch. Dann tauchte der Meister noch einmal aus der rauschenden Stille auf. «Siehst du schon welche? Ich bin neugierig. Wie sehen sie aus?»
Langsam spürte er, was ihn lähmte. Es war das schiere Entsetzen, das nun aus einer undichten Stelle seines Inneren in den Kopf gespült wurde. Er musste sich die Worte über die Zunge zwingen, so schwer fiel es ihm, zu sprechen. «Mutter.»
Der Meister lachte. «Deine Mutter. Xia… Was für eine Scheisse, in die du dich da geritten hast. Sturköpfig und ahnungslos wie immer.» Und dann sagte er, besänftigend: «Aber ehrlich, wenn jemand damit leben kann, dann bist du es. Und es wird nicht immer deine Mutter sein. Es kann seine Formen und Richtungen ändern. Alles, was dein Knie noch erinnert. Dieses Knie trägt nun einen Teil deines Lebens.»
Xia wollte aufhängen. «Hast du einen letzten Ratschlag für mich?»
«Wie meinst du? Wie man vor Gespenstern flieht? Davon verstehe ich nicht.»
«Ich meine, einen Ratschlag für das Spiel.»
«Warum sollte ich dir noch helfen? Du hast deine Ausbildung verspielt.»
«Heute ist der grosse Tag.»
«Ich weiss.» Natürlich wusste es der Meister. Irgendwie, und Xia wusste nicht, wie, war er in seiner Einsiedelei immer über wichtige Begebenheiten informiert. Die Grösse dieses Events hatte vielleicht ein paar Wanderer, die seinen Weg gekreuzt hatten, über ihn sprechen lassen. «Das Spiel.»
«Auf wessen Seite stehst du?» Xia stiess es mit Wut hervor. Er sprach sonst nicht viel.
«Auf der Seite des besten Spiels natürlich. Ich bin für die Kunst, nicht den Sieg.» Die Leitung pfiff und knackste. Nach einer Weile trat er wieder aus der Stille. «Ich mag Jamie nicht, ich wünsche es ihm nicht, dass er besser spielt. Aber Xia: Du bist der Aussenseiter. Du hast mich enttäuschst und meine Zuneigung verraten. Du hast in deinem Blutrausch Geister gerufen. Viel spricht gegen dich. Aber ich will ehrlich sein.» Der Meister war ganz still. Xia konnte sich vorstellen, wie sich der Meister die Schläfen massierte, wie er es meist tat, wenn er besonders freundlich wurde. «Du kannst dieses Spiel gewinnen. Du hast genug gelernt und du, dein eigenartiger, hassenswerter und unsympathischer Geist ist ebenso stark wie deine Tugenden, dein Fleiss und deine Auffassungsgabe. Vielleicht war ich nicht unähnlich in deinem Alter. Es ist ganz offen und ich hoffe nicht, dass Jamie gewinnt. Aber das heisst nicht, dass ich auf deiner Seite bin. Du weisst selber, dass du gewinnen musst. Es ist nicht länger meine Angelegenheit.»
Eine Weile lang schwiegen sie. Xia merkte erst nach einer Minute, dass der Meister aufgehängt hatte oder aus dem Netz gefallen war. Er hörte Sirenen vor dem Hotel. Bald würden sie die Tür aufschliessen. Seine Mutter begann zu husten. Sie griff sich an den Hals und würgte. Nach wenigen Sekunden verfärbte sich ihr Kopf.
«Es tut mir leid», sagte Xia zu ihr und griff nach dem Gehstock. Die Sanitäter mussten sie von der Gräte befreien. Er hatte keine Zeit dafür. Er unterdrückte den Drang, ihr zu Hilfe zu eilen, indem er sich den Gehstock auf die Zehen schlug. Sie streckte stumm die Hand nach ihm aus. «Es tut mir leid. Es ist kein echter Fisch. Ich habe daran gerochen.»
Er lagerte das zerhackte Bein von B. hoch und ging zum Fenster. Es öffnete sich in eine Seitengasse, zu der eine altmodische, lange Feuerleiter führte. Er schwang sich auf das Metall und dachte, während er Sprosse um Sprosse heruntersprang, an die Zeit, als er und seine Mutter auf einer Feuertreppe gelebt hatten und wie sie niemals Fisch gegessen hatte. Sie hatte Fisch gehasst. Bei jedem Sprung fing ihn das sanfte Gefühl eines kräftigen, jugendlichen Knies auf. Er fühlte sich wie in einem befreienden Traum. Als er den Boden erreichte, rannte er mit lächerlich weit ausgreifenden Schritten los. Es war keine Fortbewegung, die sich für erwachsene Männer gehörte. Seit vielen Jahren hatte er nie so wenig an die Schwerkraft geglaubt. Er würde ins Einkaufszentrum gehen. Er musste jetzt in einen ganz bestimmten Kleiderwagen.

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Der Affe (Rally)

Nun, wo war Xia Song?

Auf dem Video, das gerade durch das Internet gereicht wurde, war Xia Song mit erhobenen Schultern durch ein Shoppingcenter gegangen. Die kurzen schwarzen Haare, der kräftige Schritt, die zerschlissenen Kleider, die um seine Schenkel flatterten: es war eindeutig er. Die erste Frage, die sich den Fans aufdrängte, war nicht, durch welches Shoppingcenter er sich bewegte, sondern, wie er es tat. Xia Songs Humpeln war legendär und «der giftigste Kuchen, der mir je gereicht wurde», wie es einer seiner Gegner in einem Interview formuliert hatte. Selbst für die Fernsehzuschauer war ersichtlich, dass der Fuss von Xia ein wenig langsamer vom Boden abhob und er auf dem Feld einen Schritt mehr machen musste, als die anderer Spieler. Es sah sehr unbeholfen aus. Doch diese Behinderung irritierte seine Gegner mehr als es ihnen half, denn Xia Song litt nicht unter ihr. Er kompensierte die Umständlichkeit der Schritte mit Tempo und Kondition. Auch wenn es schmerzhaft aussah, sprang er aus den Knien höher in die Luft als alle anderen, wenn er mit knallenden Smashs die Rackets seiner Gegner stäupte.
Der Name «der Affe» rührte vom gebückten Gehen her, das ein wenig schien, als würde er auch auf vier Beinen rennen können und als hätte er sich nur kurz erhoben, um zum Schlag auszuholen. Hunderte Kinder imitierten ihn zum Spass.
Seit bekannt geworden war, dass sich Xia nicht in der Halle befand und die Organisatoren ihn vermissten, stellte sich eine zweite Frage: Wo war Xia und weshalb befand er sich in einem Einkaufszentrum? Die Videoaufnahme war die letzte Spur und deshalb begann man fieberhaft nach dem Namen des Einkaufszentrums zu suchen: Die Internetgemeinde hatte ihn in wenigen Minuten gefunden. Es befand sich in Fuzhou, über 800 Kilometer und etwa 3 Stunden Zugfahrt von Shanghai entfernt.
Was machte er so weit von seinem Zuhause entfernt? Und warum war er nicht längst in der Halle?

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Die Massage (Rally)

Früher hätte es Jamie vermutlich vermieden, Berichterstattungen über sich mitzuhören und er blieb im Türrahmen vor dem Massageraum kurz stehen, als er merkte, dass der Fernseher lief. Als er nach einigen Sekunden keine Nervosität in sich aufsteigen spürte, sah er keinen Anlass, Umstände zu machen. Er betrat den Raum, der nach aromatischen Ölen und dem Plastikleder des Massagetisches roch, auf dem der Schweiss tausend ängstlicher Sportler schon einen Film gebildet hatte. Er zog sich aus, hing die Kleider, die ihm lächerlich gross vorkamen, an den Kleiderhaken und legte sich auf den Tisch. Er atmete tief diesen Schweiss, er mochte den Geruch. Sein Team begann, ohne ein Wort mit ihm zu wechseln, seine Muskeln zu lockern. Jamie schloss die Augen.

Mango kam die Ehre zu, das Fernsehen gleich nach der Begrüssung mit einer Enthüllung zu überraschen. Die perfekten Zahnreihen blitzten auf, als er zu sprechen begann. «Zuerst einmal müssen wir gestehen, dass wir geblufft haben. Obwohl heute das erste Mal ist, wo Xia und Jamie in einem Einzelfinal aufeinandertreffen, stimmt es nicht, dass sie nicht schon früher gegeneinander gespielt hätten. Aber um das herauszufinden, mussten wir tief in den Tabellen der Regionalspiele graben, in die Tasche unseres Studios greifen, und 14 NSA-Hacker einschalten.» Alle im Studio hörten ihm lächelnd zu, auch Françoise. Die NSA-Witze erfreuten sich, drei Jahre nach dem Skandal, immer noch grösster Beliebtheit beim chinesischen Publikum. «Und seht an, das ist unser Resultat. Das grosse Duell ist nicht das einzige.»
«Im Jahr 2012 spielten sie bereits in einem Viertelfinal im Mixed gegeneinander», sagte Françoise. «Xia Song verbündete sich mit seiner damaligen Partnerin Ying Xun, Jamie Li Smuts stand mit Ma Chen auf dem Platz. Damals gewannen die jüngeren, Song und Xun, allerdings nur, weil Ma Chen mit Nasenbluten aufhören musste. Der heutige Final ist also nicht das erste, sondern das zweite Spiel dieser Grössen. Wer hätte das gedacht? Und was bedeutet das? War das ein Abbild der Kräfteverhältnisse und der junge Xia wird die Legende Smuts besiegen? Oder wird sich der geduldige Jamie für die Niederlage rächen? Wer lag damals vorn? Erinnern sich die beiden an das Spiel und was nehmen sie davon mit?»

Jamie keuchte, während seine Schulterblätter auseinandergeschoben wurden. Was die Reportage aufdeckte, stimmte nicht ganz. Es war zwar richtig, dass sie schon damals in Chongching im Mixed-Viertelfinal aufeinandergetroffen waren. Aber es war Ying Xun, Xias Partnerin, gewesen, die Nasenbluten hatte. Sie war schlechter klassiert als die anderen auf dem Feld, aber sie schlug sich wacker. Zwischen jeden Punkten mussten die Feldpfleger Blutspritzer vom Boden aufwischen, aber Ying dachte nicht daran, aufzuhören, und Jamie spielte bewundert weiter. Die Schultern ihres Shirts waren rot. Sie wehrten sich gut gegen ihn und die vierfache Olympiasiegerin Ma Chen, die wie immer keine Schwächen zeigte. Damals schon achtete er auf das junge Talent Xia, das so still wie ein Schatten und mit finsteren Augenbrauen um seine Mitspielerin herumschwirrte, aber er schien nicht recht bei der Sache. Nie hatte er das Gefühl gehabt, Xia wollte gewinnen. Er schien aber auch nicht abgelenkt vom Nasenbluten. Er sprach kein Wort, nicht einmal, um bei Ying nachzufragen, ob alles in Ordnung sei. Jamie dachte damals schon gehört zu haben, dass sie zusammen waren. Sie schienen beide ohne Rücksicht auf Verluste zu kämpfen und waren sich in diesem Ziel völlig einig und verbunden. Das giftige Spiel, das Xia spielte, seine angetäuschten Drops und Querschläger, war nur ein Vorgeschmack, wie Jamie ahnte. Sie erkämpften sich beim ersten Satz einen respektablen Punktestand von 17:21. Dann wurde das Spiel doch noch abgebrochen, aber nicht von ihnen, wie M&F meinten, sondern von Jamies Partnerin Ma Chen, die sich über das Licht der Halle beschwert hatte; und tatsächlich konnte der Schiedsrichter bei genauer Prüfung das Flackern bestätigen. So durfte man nicht weiterspielen. Der Schiedsrichter fragte Jamie, ob er es auch sah? Jamie sah es, aber es störte ihn nicht direkt. Es hätte ihm zumindest nicht viel ausgemacht, weiterzuspielen, und was sich bei seinen Gegnern abzeichnete, machte ihn neugierig. Aber er hatte auch gelernt, sich nicht auf die Hypes zu stürzen und so manche junge Talente lenkten von den wirklich gefährlichen Gegnern ab. Und wenn Ma Chen nicht weiterspielen wollte, so hatte das seine strategische Richtigkeit, die ihm nicht klar war. Er nickte und sagte: So könne man auf keinen Fall spielen.
Das Spiel wurde verschoben, doch er und Ma Chen tauchten nicht mehr auf dem Platz auf. Der Verschiebungstermin war kurz vor der Olympiade — und es gab keinen Grund, seine Kräfte für ein Regionalturnier zu verbrauchen: Der Punktverlust beförderte sogar die Chancen bei der Auslosung besser wegzukommen. Song und Xun gewannen das Spiel sofort und schieden erst im Finale aus.
Daran konnte sich kaum noch jemand erinnern.

Während Jamie auf den weiss gekachelten Boden starrte, wurde er von einem seiner Masseure rau angestumpft. Er hatte sich zu verkrampfen begonnen. Die Masseusin schaltete den Fernseher aus.
Aber noch etwas anderes war nicht ganz richtig. Er und Song hatten sich nicht erst zweimal getroffen, sondern drei Mal.
Doch das konnten Mango und Françoise nicht wissen.

Genau genommen erinnerten sich nur Jamie Li Smuts und Xia Song selbst daran. Als er das warme Öl auf seinem Körper spürte als sässe er in einer Plazenta, erinnerte er sich, dass sie sich drei Mal begegnet waren. Von einer vierten Begegnung dürfen wir vermuten, dass es sie gab: eine, von der sie nichts ahnten. Ob es die Bedeutung dieses Aufeinandertreffens schmälerte? Eines war sicher: Hätten Mango und Françoise um eine weitere Begegnungen gewusst, hätten sie und die Presse kein Halten mehr gekannt. Bereits jetzt wurde kein Aufwand gescheut, Statistiken und vergangene Leistungen gegeneinander aufzurechnen, ohne nennenswerten Erfolg: Die beiden schienen so unterschiedlich, dass man sich ein Aufeinandertreffen nicht auszumalen wagte. Als gäbe es ein metaphysisches Verbot, das sich der Vorstellung auferlegte. Wenn sie einander begegneten, bestand eine gewisse Gefahr, dass das Universum explodierte.

 

Monkey God (Rally)

Wo war eigentlich Xia Song?

Ein Anschlag an der Halle (Rally)

Türöffnung ist um 17:30 Uhr. Das Spiel beginnt um 20:00 Uhr. An den Messe- und Nudelständen können sich die Besucher verpflegen und Fanartikel und Sportkleidung unseres Hauptsponsors Li-Ning anprobieren.
Die Halle ist komplett ausverkauft. Der Chinesische Ministerpräsident wird anwesend sein.
Um 17 Uhr beginnt das Fernsehprogramm auf CCTV 1 und 5 mit Hintergrundstories und Analysen unter dem Label «Jahrhundertspiel». Um 19 Uhr werden das Kommentatoren-Dreamteam M&F mit Interviews, Debatten und einer In-Depth-Reportage die unterschiedlichen Karrieren der beiden Spitzenspieler beleuchten.
Die Augen der ganzen Nation sind auf die Halle des Volkes gerichtet! Zum ersten Mal in der Geschichte treffen die beiden Grossen des Badminton aufeinander. Heute rufen wir alle: «Jamie» Li Smuts! – Xia Song!

(Natürlich war die Halle nicht ganz ausverkauft. Aber der Ministerpräsident war anwesend und es wurde tatsächlich auf CCTV 1 übertragen. Der Anschlag war laminiert und mit einem braunen Sticker an den Eingang der Halle gepinnt. Davor reihten sich die Wartenden auf.)

Mango bindet sich eine Krawatte (Rally)

Mango stand vor dem Spiegel und knöpfte sich die Krawatte zu. Er sah so gut aus dabei, dass er es fast schade fand, sie jetzt schon anzuziehen. Er hätte irgendwann zwischen den Kameraeinstellungen die Krawatte aus der Hosentasche holen und sie sich dann vor laufender Kamera binden können, mit dem Falsche-Versprechungen-Blick, der ihm dabei wie automatisch über das Gesicht wanderte. Da er ein Ausländer war und als ABC, als American-Born Chinese, für die Zuschauer bereits selbstbewusste Weltläufigkeit verkörperte, wäre er gegenüber den zugeknöpften inländischen Journalisten vermutlich mit Bewunderung bedacht worden. Aber er entschied sich dann doch dagegen. Ein bisschen aus Respekt vor dem Spiel: War das nicht der Moment, in dem die ganze Welt zu ihm sah? So viele Jahre Experte, Sportspezialist, kleine Reportagen, dann hunderte, tausende unterfinanzierte Live-Übertragungen, in denen der Ton ausfiel. Für viele Menschen war es vielleicht das wichtigste Spiel ihres Lebens. Für ihn aber ganz bestimmt. Jeder vernünftige Agent hätte ihm klar gemacht: Weiter würde er nicht kommen.
Aber der noch wichtigere Grund, warum er die Krawatte jetzt sauber richtete, war Françoise. Er würde ihr keinen hämischen Kommentar gönnen, so leicht jedenfalls nicht. Er nahm das Jackett von der Gardebore und warf es sich über die Schulter. Als er die Tür zuzog, begegnete er kurz seinem Blick im Spiegel und sah die amerikanischen Augen in einem von wenigen Kanten wie mit dickem Filzstift konturierten Gesicht. Die schwarzen Augenbrauen zuckten schelmisch, obwohl er es nicht wollte. Schnell drehte er sich weg und schloss zu.
Als er sich umdrehte, sank seine Laune schlagartig. Über den grauen Spannteppich des Stockwerks stolzierte ihm Françoise auf hohen Absätzen entgegen. Sie trug ein enges rotes Kleid, einen dezenten Lippenstift und die Locken ihrer braunen Haare tanzten kräftig um die halb entblössten Schultern, wie er es in den letzten zehn Jahren ihrer gemeinsamen Moderationen nie gesehen hatten. Sie sah einige Jahre jünger aus, als er es im Kopf hatte, aber zugleich erkannte er in diesem frischen, kräftigen Gesicht auch ein Zeichen des Alters, das er an seinem eigenen, wohl aus Nachsicht, nicht bemerkt hatte.
«Was haben sie mit dir gemacht?»
«Spar dir die Mühe. Niemand ist da, um Lachen zu heucheln.» Sie drückte ihm ihr Handy in die Hand, auf dem ein Video lief, und strebte ohne innezuhalten zum Lift. «Sie haben Footage von Bao Xu, wie er durch ein Einkaufszentrum geht.» Mango sah auf den Bildschirm. Eine Weile verstand er nicht, was er sah. Eine kleine Strichfigur bewegte sich durch eine Halle von anderen Strichen. Es war keine besondere Einstellung, ausser dass es der Gang eines sehr sportlichen Menschen war. Und die Haltung des jungen Mannes war perfekt. Das Knie zog keine Sekunde nach, er schien sich sogar ein bisschen regelmässiger durch das Getümmel zu bewegen als die anderen. Xia Song war geheilt?

«War es auf Sendung?»
«Es ist jetzt auf Sendung, als Vorlauf.»
Die Tür des Lifts schloss sich. Er gab ihr das Handy zurück. Für eine Sekunde berührten sich ihre Hände. Sie fühlte sich warm an. Er sah ihren blauen Nagellack neben seinen perfekten, mattdurchsichtigen Fingernägeln und schloss die Augen. Nur beim Parfum hatte sie nichts Extravagantes mehr. Es war immer noch das Gleiche wie zum Anfang ihrer beider Karriere, der unerweckbare, halbtote Geruch eines Waschmittelgemischs.
Er hasste sie und ihren Atem, den er unter dem leisen Rattern des Lifts hörte. Es hätte ja sein können, dass dieser Atem noch beim Zuhören für immer verstummte und sie neben ihm zu Boden sank. Er hasste alles an ihr, schon zehn Jahre, zehn Jahre und etwas mehr, und sie hasste alles an ihm, er konnte sich nicht erinnern, wann es anders gewesen war. Und wie sie sich hassten, die Kommentatorin und der Kommentator, dieses eingespielte Team des Badminton. Sie hassten sich fast mehr, als sie ertragen konnten, und weil keiner das Schweigen des anderen aushielt, spielte Françoise das Video noch einmal ab, mit höherer Lautstärke. Als die Lifttür sich öffnete, stoben sie nach draussen, als wäre der Behälter unter grossem Druck gestanden, und überquerten miteinander die Strasse zum Stadion.

Xia Song humpelt nicht mehr (Rally)

Auf den Nebenfeldern machten Jamie und sein Trainer noch einige Übungen. Der Trainer spielte ihm einfache Bälle zu, liess ihm Zeit fürs Laufen, um ihn optimistisch zu stimmen. Aber auch nach zwei Stunden, in denen Jamie abwechselnd in alle vier Ecken des Spielfelds gelaufen war, atmete er kaum, stützte die Hand mit dem Schläger in die Hüfte und schien völlig entspannt. Jamie hatte Optimismus vor langer Zeit durch etwas anderes ersetzt; etwas Harmonischeres, eine Durchlässigkeit, die keine Nervosität bei sich hielt.
Auch der Appetit war unbeschadet. Nach den zwei Stunden, kurz nach Mittag, steuerten dir beiden auf ein kleines Strassenrestaurant vor der Turnierhalle zu. Dort stand Ming, die sich neben sie an den Esstisch setzte. Seine vierjährige Tochter bildete mit Jamies hochgewachsener Gestalt und dem Verbindungsglied des Trainers eine schroff ansteigende Gebirgskette, die manchmal niedersank, um ihre Nudelsuppen zu schlürfen. Sie erzählte davon, wie man sie früher aus der Schule entlassen hatte, weil heute das grosse Spiel ihres Vaters sei. Jamie hörte lächelnd zu.
«Sie alle wünschen dir Glück, Papa.»
«Gut.»
Er gab nicht viel auf die Meinung der Rektoren, aber das musste Ming nicht wissen. So viele Menschen, die von Glück und Pech sprachen, als wüssten sie, was damit gemeint sei! Er selbst wusste es nicht und er hatte seit zwanzig Jahren damit zu spielen gelernt. Er nahm es niemandem übel, der ihm Glück wünschte, nur die Leichtfertigkeit solcher Äusserungen erstaunte ihn immer noch.
«Ich glaube, sie alle wollen wissen, wie es heute ausgeht. Sogar die kleinen Kinder sagen, es sei das Spiel des Jahrhunderts. Und im Fernsehen zeigen sie heute immer Bao Xu.»
«Ach ja?»
Der Trainer war Ming auf den Fuss getreten, aber das Mädchen war zu eifrig, um den Hinweis zu bemerken. Sie ass schnell, schlürfte laut und musste immer wieder husten. Sie zog nur den Fuss zurück und sprach unbeirrt weiter. «Ja, er hätte aufgehört zu humpeln, einfach so, von gestern auf heute. Sagen sie in den Nachrichten. Und jetzt berichten sie, spekulieren, wie er das geschafft hat. Man sagt, eine bestimmte Akupunktur, aber man weiss es nicht.»
Jamie Lee zog die Augenbrauen nach oben.
«Ich habe ihnen gesagt, dass mein Vater keine Akupunktur braucht, um zu gewinnen.»
Jamie warf seinem Trainer einen unendlich bedeutungsvollen Blick zu, in dem ein kurzer Schlagabtausch, ein langes Gespräch und eine verständige Einigung in einem winzigen Moment abgehandelt wurden. Er endete damit, dass der Trainer die Handflächen über seiner Schüssel zusammenpresste und an die Decke des Restaurants sah, mit einem Gesicht, als hätte er etwas Neues gelernt, und Jamie den Kohl mit ruhiger Zufriedenheit weiter aus seiner Suppe fischte. Ob Bao Xu humpelte oder nicht, war nicht seine Sache, und nicht die seines Trainers. Sie hatten eine unsichere Sekunde gebraucht, um zu begreifen, dass sie schon längst so abgeklärt geworden waren.
«So, so», sagte Jamie und lächelte. «Wer weiss. Schaden täte einem so eine Akupunktur jedenfalls nicht. — Was ist das?» Er schlug Ming zwischen die Schulterblätter. «Hast du dich verschluckt? Iss doch ein bisschen anständig, Essen ist kein Wettrennen. Du machst mich noch ganz nervös.» Sie schüttelte den Kopf mit den tränenden Augen. Lachend zerwuschelte er ihre Haare und gab ihr einen Kuss auf die kalte Stirn.

Vorbereitung zum Finale (Rally)

«Bin ich ein Held?»
«Das hab ich dich gefragt?» Jamie lachte und stiess die erste Schwingtür auf.
«Ich war ziemlich beschäftigt, weil ich ja nach dem Autoschlüssel suchte. Aber du hast nicht aufgehört. Bin ich ein Held? Bin ich ein Held? Dabei hast du heftig an meiner Schulter gezerrt. Ich bin dann ziemlich schnell aufgewacht. Ich blieb erst einmal eine Weile im Bett liegen und dachte nach. Was will man sagen? Bin ich ein Held? Wer stellt eine so bescheuerte Frage?»
Jamie legte den Arm auf die Schultern seines Trainers, der noch immer den Kopf schüttelte. Er grinste zu dem kleinen Mann herab. Am Ende des Korridors drückten sie gemeinsam, Jamie links und sein Trainer rechts, die zweite Schwingtür auf und sahen sich in der Halle um.

Sie standen beim Spielereingang. Die Hälfte der Halle war abgesperrt und durch eine vierte Tribüne ersetzt worden. Sie fühlten sich wie auf dem Grund eines riesigen Trichters. Zehntausend hochgeklappte Plastikstühle stiegen zu allen Seiten bis knapp unter die Decke hoch, wo sie im Schatten fast nicht mehr zu sehen waren. Die leere Halle war ungewöhnlich ruhig. Nur das Scheppern einer Metallröhre drang hinter der VIP-Tribüne hervor.
Das Feld war gereinigt worden, der grüne Teppich, auf dem gespielt werden sollte, war bereits ausgerollt. Neben dem Feld stand ein neuer Toyota, der mit Scheinwerfern angeleuchtet wurde. Das Spielfeld war mit dicken weissen Linien angezeichnet. Achtzehn von der Decke hängende Lampen verbreiteten ein in alle Winkel des Platzes vordringendes Licht.
Eine Ingenieurin sass auf dem Schiedsrichter-Podest und versuchte, den Turm, auf dem sie sass, mit Gewichtsverlagerung zum Schwanken zu bringen. Er schien zu halten. Unter ihr stand ein Mann im Anzug, der die Spannung des Netzes mit einer Wasserwaage prüfte.
Sie steuerten auf den Organisator zu, der sich aus dem Gespräch mit der Ingeneurin löste.
Der Organisator gab ihnen eine verschwitzte Hand. Er hielt seine rechte Hand mit der Linken vor dem Schritt fest, während er sprach. Dazu drückte er den Daumen auf den Handrücken und den Zeigefinger auf die Handinnenfläche, als ginge es darum, die Hand aus einer Spalte zu fischen. Er zeigte auf die Röhren und sprach leise, fast flüsternd, zu den beiden Dazugestossenen, dem grossgewachsenen Athleten und dem forsch um sich blickenden Trainer, der zwei Köpfe kleiner war.
«Die Lampen sind klug platziert und technologisch hochgerüstet. Hochdruck-Gasentladungslampen. Kürzlich erneuert und mit vollständig digitalem Stufungsverfahren. Ein besonderes Verdienst der dänischen Architekten. Vielleicht gerade zu Ihrem Vorteil.»
Der kleine Trainer nickte nach einigem Umsehen und sah zu seinem Schützling hoch. Er suchte wohl Jamies Blick, doch er sah nur den Adamsapfel des in den Nacken geworfenen Kopfs. Vorsichtig und ohne den Blick von der Decke zu wenden, machte Jamie einige Schritte nach links und nach rechts. Die beiden kleineren Männern traten zur Seite, als er den Raum in wenigen Sprüngen durchmass.

Unmöglich, im künstlichen Licht zu wissen, wer krank und wer nur bleich wäre. Die Lampen waren in sorgfältig kalkulierten Abständen von den Decken gelassen, wo ihre Lichtkegel auf dem Weg bis zum Boden keine Falte eines Kleidungsstücks und keine Mulde unbeleuchtet liessen. Die Farbe des Lichts war bleich und eierschalengrell. Unmöglich, sich im künstlichen Licht zu verstecken, aber unmöglich, von den Strahlkörpern geblendet zu werden, weil sie für die Spieler sorgfältig abgedeckt wären. Wer auf dem Spielfeld stand und nach oben sah, musste den Schopf weit in den Nacken schieben, damit die Helle der Scheinwerfer in den Augen schmerzte. Es würde nicht oft vorkommen.
Es war genug hell, dass die Tribünen im Schatten lagen. Grosse Bewegungen, das Schwenken von Transparenten oder Plastikballonen, wären als Ungefähres wahrnehmbar, aber könnten kaum ablenken. In den vorderen drei Reihen wären Gesichter erkennbar, wenn man die Lider zudrückte, mit etwas Glück auch die zitternden Lippen, das Glänzen wässriger Augen, die jubelnden Fäuste oder ein offenstehender Mund. Nur ob jemand krank oder gesund wäre, würde sich in den Ausläufern der Strahlen nicht erkennen lassen. Unter diesem Licht waren alle wächsern und jung.

Jamie starrte nach oben, öffnete schliesslich den Mund. Die feuchten Lippen gaben bei ihrem Ablösen ein fast unhörbares Schnalzen von sich, das wie das Scheppern des Stahlrohrs noch lange durch die Halle schwebte.
«Das Licht ist käsig», sagte er.
Der Organisator betrachtete Jamies kantiges Gesicht voller Bewunderung und Ehrfurcht, er massierte etwas betreten die Hand. Aber seine Stimme hatte eine neue Härte. Er liess seine Rechte los, die jetzt wie gelähmt zur Seite herabhing. «Was möchten Sie noch sehen?», fragte er.
Jamie ging zum Netz und bückte sich zu ihm hinunter. Er kniff ein Auge zu und blickte, die Nase an der Netzkante, über das gegnerische Feld. Er befummelte den Saum des schwarzen Umschlags auf der Oberkante. Keine Naht löste sich, es war gut gemacht. Er kehrte zum Trainer zurück und ging in die Hocke, um mit ihm in ein flüsterndes Gespräch zu verfallen. Dabei zeigte er nach oben.
Dann erhob er sich, und der Trainer machte einen Schritt auf den Organisator zu. «Eines vielleicht. Können Sie die Kamera auf der anderen Seite anbringen? Ihre Linse spiegelt.»
In einigen Metern Höhe auf der rechten Seite hing eine Kamera von der Decke, die schräg auf das Spielfeld gerichtet war. Der Organisator bewegte den Kopf, als könne er keine Spiegelung erkennen.
«Auf der anderen Seite?»
«Bitte hängen Sie sie links, nichts rechts von hier.»
Der Organisator nickte langsam. «Das ist für das Fernsehen ungewöhnlich.»
«Ich vertraue Ihnen», sagte der Trainer und drückte ihm die Hand, dass sie schmerzte. «Jemand wird es Ihnen wohl vergelten.» Kaum liess er sie los, fiel die Hand des Organisators wie tot herunter. Der Organisator verneigte sich noch, wünschte ein gutes Spiel und zog sich zurück.

«Um zur Frage zurückzukommen», sagte der Trainer, während sie sich zufrieden, die Hände in die Hüfte gestemmt, sich um die eigene Achse drehend, in der Halle umsahen. «Bist du ein Held? Ich will es so sagen: Frag mich noch einmal, wenn du heute gewonnen hast. So etwas wie heute macht den Unterschied. Fast niemand hat in seinem Leben Gelegenheiten, die den Unterschied machen. Die grossartigsten Menschen haben sie nicht.»
«Du siehst krank aus.»
«Es geht mir gut.»