Literatur
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Seht, wie friedlich er schaut. Sein Gesicht ist starr. Ja, starr, aber doch… Etwas ist passiert, seht nur, er schaut so friedlich, so friedlich hat er früher nie geschaut. Da muss etwas passiert sein. Er muss etwas gesehen haben, was ich nie gesehen habe. Ich wünschte, ich könnte auch so aussehen, wenn ich sterbe, und
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»Ich schaudere nicht, den kalten schrecklichen Kelch zu fassen, aus dem ich den Taumel des Todes trinken soll! Du reichtest mir ihn und ich zögere nicht.« Seine Hand huschte rasch über das Blatt. Auf dem Gesicht blitzte ein ingrimmiges Lächeln auf. Er hustete, hielt inne, nahm Tinte zur Hand, schüttelte den Kopf über einen Gedanken
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Das Tal ist lang. Der Bach ist ausgetrocknet und statt Wasser rauscht das Laub, durch das ich schreite. Zwei Krähen kämpfen und bringen die Luft zum Rascheln. Meine Begleiter sind mit abgewandt und stehen nebeneinander, als wären sie zwei Wächter vor einem unsichtbaren Tor. Der erste Schneefall setzt an. Ich fühle den Engel neben mir.
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Gelegentlich quält ihn die Frage, weshalb er das eigentlich tut. Das Sammeln all dieser Goldstücke, der einzige Lohn für das Wagnis gefährlicher Sprünge. Es droht ihm dann selbst zu entfallen, er kratzt sich mit dem Werkzeug hinter dem Ohr und sagt etwas von »kommenden Generationen« und der Not, sie zu unterstützen. Meistens hüpft er, wie
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Mit „Eine neue Stadt“ habe ich im Buchjournal-Wettbewerb den dritten Platz erreicht (und einen Büchergutschein im Wert von 150 €). Es ist schön zu hören, dass man auch über die Landesgrenzen hinaus gelesen und geachtet wird! In qualitativer Hinsicht gibts da jedoch nicht gerade Berauschendes (auch da ich selbst einen neuen Stil versuchte – der
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Flynn sagt: Du schaffst das schon. Du hältst das durch. Du packst das jetzt, sagt Flynn. Ich kann nicht mehr. Ich weiss nicht, was ohne Flynn aus mir werden würde. Sei bereit, schlag zu, sagt er. Gib nicht auf, bald hast du es. Nur noch einmal, mit letzter Kraft, es zahlt sich aus, es lohnt