Wrag!

Cédric Weidmann, 26, schreibt.

Tag: Zitat

Der Satz (LXXIV)

Oft ist es auch ganz nett.

Ernst Jünger, In Stahlgewittern.

Der Satz (LXXIII)

Denn unsere Leidenschaft ist es, zum Wachstum deines Unternehmens beizutragen.

Facebook for Business, E-Mail zur Bewerbung von „Deine Business Story“.

Der Satz (LXIX)

Und doch erwachen immer wieder Einige, die sich im Hinblick auf das vergangene Grosse und gestärkt durch seine Betrachtung so beseligt fühlen, als ob das Menschenleben eine herrliche Sache sei, und als ob es gar die schönste Frucht dieses bitteren Gewächses sei, zu wissen, dass früher einmal Einer stolz und stark durch dieses Dasein gegangen ist, ein Anderer mit Tiefsinn, ein Dritter mit Erbarmen und hülfreich — alle aber Eine Lehre hinterlassend, dass der am schönsten lebt, der das Dasein nicht achtet.

Friedrich Nietzsche, Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben.

Der Satz (LXVIII)

Tristrant haut zu, spricht:

Ich hoff, es wer dir nicht so gut.

Hans Sachs, Von der strengen lieb herr Tristrant mit der schönen königin Isalden. Tragedia mit 23 personen unnd hat 7 actus.

Der Satz (LXVI)

Solche Gedanken sind wie die Untiefen eines Meeresbodens, aus ungeheuerer Tiefe emporgestiegen und seicht.

Robert Musil, Nachlass zu Lebzeiten.

Der Satz (LXV)

Onkel Marek sass — klein und bucklig, mit sterilem, geschlechtslosem Gesicht — in seinem grauen Bankrott, ausgesöhnt mit dem Schicksal und im Schatten grenzenloser Verachtung, in dem er auszuruhen schien.

Bruno Schulz, Die Zimtläden.

Der Satz (LXIV)

So ist die Anekelung seiner eigenen Existenz aus der Leerheit des Gemüts an Empfindungen, zu denen es unaufhörlich strebt, der langen Weile, wobei man doch zugleich ein Gewicht der Trägheit fühlt, die des Überdrusses an aller Beschäftigung, die Arbeit heissen und jenen Ekel vertreiben könnte, weil sie mit Beschwerden verbunden ist, ein höchst widriges Gefühl, dessen Ursache keine andere ist als die natürliche Neigung zur Gemächlichkeit (einer Ruhe, vor der keine Ermüdung vorhergeht).

Immanuel Kant, Anthropologie in pragmatischer Hinsicht.

Der Satz (LXIII)

Die Aufgabe der Salzkörner ist es, meine Tränendrüsen zu reizen, und damit meinen Blick verschwommen zu machen; die entstehenden Tränenfäden, Lichtpünktchen und anschwellenden und zerfliessenden Lichtkeile legen sich über das deutlich in meine Netzhaut eingeätzte Abbild des Raumes; und selbst wenn dieser Raum nichts anderes enthält als einen Tisch, einen Stuhl, einen Waschtisch und ein Bett, und wenn auch an der einen schrägen Wand nichts anderes vorhanden ist als die Fensterluke über dem Tisch, und an der gegenüberliegenden senkrechten Wand nur eine Tür, und an den beiden anderen, durch das Dach abgewinkelten Wänden nichts, so stösst mein Blick doch noch an diesen Begrenzungen und festen Formen; mit den Tränen löse ich sie auf.

Peter Weiss, Der Schatten des Körpers des Kutschers.