Die 5 wichtigsten Webseiten für Autoren

von Cedric Weidmann

Das Internet hat vieles leichter gemacht.

So, jetzt ist es raus. Unter uns, die wir Blogs lesen oder schreiben, hat man das doch einmal ungestraft behaupten dürfen. Unter anderem auch: Schreiben. Ich habe, seit ich schreibe, fast immer mit dem PC gearbeitet und nach Hilfen, Tipps oder Kritikern gesucht — und nicht selten gefunden!

Rezepte, die dabei das Schreiben erleichtern, gibt es zu Hauf. Doch welche bringens? Natürlich, es kommt drauf an. Es wird Zeit, zu sagen, auf welche es für mich ankommt. Diese fünf kleinen Hilfen erleichtern mir das Schreiben enorm — und reichen für den Aufbau eines zielgerichteten Lebens eigentlich völlig. (Es fehlt nur noch das Textverarbeitungsprogramm, worüber sich die Schreiber gerne in die Haare geraten. Und die Rechercheseiten. Auf dieses Minenfeld will ich mich ein anderes Mal wagen.)

1) Für die Ziele: Literaturport.de

Viele Schreiben aus purem Spass, andere brauchen einen Antrieb. Meister und Margarita war eine Sache der Ehre (nie publiziert), das umwerfende Leonce und Lena aber nur der Beitrag für einen Drama-Wettbewerb. Jeder fliegt eben seinen eigenen Zeppelin.

Literaturport.de listet die gesamten Wettbewerbe, Stipendien und Werkbeiträge auf, die gerade ausgeschrieben sind. In Deutschland, der Schweiz und Österreich! Zum Beispiel in der Reihenfolge der Abgabetermine. Und das Tollste daran: Man kann alle Ausschreibungen rausfiltern, die bereits Publikationen erfordern oder von Verlagen eingereicht werden müssen – und findet gleich, was man braucht.

Natürlich ist auch der Newsletter von Uschtrin unverzichtbar.

2) Für die Inspiration: Goodreads

Writers read. Writers read a lot. Writers read all the time.

Steht irgendwo so auf einer Anleitung fürs bessere Schreiben. Und es ist bestimmt wahr.

Goodreads ist für jemanden wie mich eigentlich kein soziales Netzwerk. Sondern eine Möglichkeit, den Überblick zu behalten, mein Schreibjournal zu vollenden und am Lesen zu bleiben. Davon abgesehen, trifft man hier auf echte Leser. Nicht Germanistikstudenten, nicht uninteressierte Kaum-Leser, sondern Menschen mit grossem Flair für Bücher. Und von denen kann man einiges Lernen. Zum Beispiel in ihren vernichtenden oder lobenden Reviews. Meine Ein-Satz-Reviews sind übrigens alle dort zu finden.

Und in meiner „Reading-Challenge“ (40 Bücher im 2013) bin ich mit 9 Büchern bereits 4 Bücher „ahead of schedule“. (Mit der Goodreads-App scannt man übrigens einfach mit der Handy-Kamera die neu gekauften Bücher und hat sie im Goodreads-Regal, ganz hübsch).

3) Fürs Ideen-Sammeln: Evernote

Für manche vielleicht kein Geheimtipp mehr. Die Sache wird aber erst dann witzig, wenn man ein Smartphone hat. Denn die besten Ideen kommen einem nie am PC, sondern auf dem Klo, in der Warteschlange, im Zug. Schnell das Smartphone gezückt, die paar Stichworte ins Smartphone gehämmert und zuhause abrufen. Natürlich brauche ich immer noch einen analogen Notizblock, weil sich dort besser Notizen machen lässt und die Gestaltungsmöglichkeiten grösser sind. Aber manchmal hat die Idee keine Zeit, ein Notizbuch zu öffnen, den Stift hervorzukramen und loszuschreiben: Dann Evernote.

4) Fürs Training: Write Or Die

Write Or Die gehört zu den Dingen, die meistens völlig überflüssig sind, aber für einige Wochen des Jahres plötzlich unverzichtbar werden. Wenn ich, wie in diesen Wochen, verbarrikadiert bin, und mir das Schreiben nur zwischen den Fingern hervorbröselt, dann gerate ich schnell aus der Übung. Die Lösung? Dauert nur 10 Minuten am Tag! In 10 Minuten 500 Wörter. Im Kamikaze-Modus. Unmöglich? Nein, schweisstreibend, aber möglich! Und mit ein bisschen Übung kommt dabei auch mehr als Müll heraus (auch wenn das gar nicht schlimm wäre, denn der Sinn der Sache ist nicht, einen Text zu haben, sondern besser zu werden). Write Or Die sorgt dafür, dass du am Schreiben bleibst, denn solltest du anhalten, wird es dir in jeder Sekunde das letzte Wort löschen, das du geschrieben hast. – Ansporn genug?

5) Fürs Handwerk: Duden.de

Ja, ich weiss. Es klingt richtig staubtrocken. Prüde, ausgedörrt, konservativ gar. Aber duden.de ist für mich zum wichtigste Mittel avanciert, das man sich vorstellen kann. Rechtschreibung ist dabei nur der Bonus: Mit einem Überblick über Synonyme, Verwendungsmöglichkeiten, Häufigkeit (!) und Ethymologie wird man nicht nur bei jeder Suche schlauer, sondern weiss auch, wie das Wort richtig anzuwenden ist. Beim Schreiben kann es den entscheidenden Hinweis sein, eine Passage ganz anders anzugehen.

Ohne das hätte ich nie erfahren, dass „Behang“ auch Hundeohren bezeichnet und das Wort „Anfechtung“ eine Verführung. Auch Stöbern erweitert den Wortschatz! Ich habe auch einmal gelesen, dass Scrabble-Meister vor dem Zu-Bett-Gehen ein bisschen im Duden lesen. Diese paar Minuten sollte sich auch ein Autor nehmen.