Märchen
Es war 1 Mal, einmal ist keinmal.
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Das Zimmer hat schon wieder Unordnung, es ist wieder unordentlich. Und dein Leben ist unordentlich. Dein Zimmer ist unordentlich und dein Alltag ist es auch und es hat Unordnung in deinem Kopf. Unordentlich ist eigentlich alles, und auch das Zimmer macht aus dem Leben wieder eine Unordnung und die Unordnung breitet sich aus. Eigentlich wärst
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»So kann ich Ihnen allen versichern…« Die Zunge vom Gaumen abzulösen ist schwer, wenn sie im trockenen Mund klebt. Deutlich sprechen. Ich muss mich stark nach vorne lehnen, weil die Mikrophone so weit weg aufgestellt sind und ich fürchte, dass man mich nicht verstehen kann. Es ist so stickig hier, denke ich, und die Kante
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Zwei Kinder zanken über einer toten Spitzmaus. Ich kann sie nicht verstehen, aber die ausgestreckten Hände und die verzerrten, angeröteten Gesichter beschreiben Anschuldigungen. Auf der Bank neben ihnen sitzen die beiden Mütter und essen genüsslich aus einer Tüte Cashewnüsse. Auf der anderen Seite des Spielplatzes sehe ich eine verschrobene Krähe, die sich in einer Spirale
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Sein Brustkorb hob sich. Die Rippen stiessen aus dem abgemagerten Körper hervor und die papierene Haut spannte sich über dem Zwerchfell. Daneben zitterte es vom schwachen Herzschlag. Die Rippen warfen tiefe Schatten, die sich beim Anheben langsam auskeilten. Dann atmete er keifend aus und die Schatten schrumpften. Der Brustkorb senkte sich. Er atmete aus, er
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Erpicht auf alles ausser Weintrauben. Aber Weintrauben auf dem Teller. Und hinter ihnen winken verlockende Würstchen. Statt Hände heisser Dampf, der in der Ferne winkt. Fatamorganisch. Aber davor diese Weintrauben und überall sind sie, gegen den Tellerrand gekollert. Der Blick auf weiter Dahinterliegendes durch die Entrückung fast getrübt. Die Würstchen wiegen sich auf Kartoffelstock, das
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Die Sterne funkeln ihr wunderbarstes Funkeln und ich sehe immer wieder hinauf in den grossen, dunklen, weiten Himmel. Ein Wind weht durch die Strassen, aber ich finde ihn nicht kalt und ein blödsinniges Lächeln prangt auf meinem Gesicht und der Mond leuchtet so hell sein leuchtendes Lachen herab, dass ich vergesse, wie lang der Tag