System

von Cedric Weidmann

Ich werde nun das System erklären.

1

Wir sind eine gewisse Anzahl Menschen auf einem Planeten.

2

Alle auf irgendeine vorstellbare Weise verwertbaren Eigenschaften dieses Planeten haben einen noch nicht eindeutig festgelegten, aber bestimmten, festen Wert.

3

Für alle diese Werte gibt es einen Gegenwert in Geld.
Das bedeutet: Alles Geld dieser Welt entspricht dem Wert aller bestehender Güter dieser Welt.
Geld ist also ein Ersatzgut und ein Stellvertreter für Güter.

4

Das vorhandene Geld hat insgesamt immer den gleichen Wert.
Wenn mehr Geld hergestellt wird, verliert es an Wert, da es mit demselben Gegenwert auskommen muss.

5

Wenn ein Mensch Geld verdient, verliert dieses ein anderer.

Geld ist ein Nullsummenspiel, das vorgibt, durch seinen Fluss – seine ungleiche Verteilung also – eine antreibende Wirkung zu haben.
Die antreibende Wirkung soll neue Güter durch mehr Arbeitsaufwand und Wertschöpfung herbeiführen.

6

Die ungleichen Geldströme führen zu einem tief in der menschlichen Moral verwurzelten Antrieb, diese wieder ausgleichen zu wollen.
Das ist ein Motor der Menschen, der zu Fortschritt führt.

7

Es ist zweifelhaft, dass Fortschritt nur durch Ungerechtigkeit herbeigeführt werden kann.
Ungleich verteilte Geldströme können ins Stocken geraten oder einfrieren.
Ein solcher Fortschritt ist ein erzwungener, kein intrinsischer, wobei letzterer um ein Vielfaches wirksamer wäre.

Es stellt sich nicht die Frage, ob Geld oder Kapitalismus zu Fortschritt führen.

Es stellt sich die Frage, ob Eigentum zu Fortschritt führt.

8

Eigentum ist ein Spiel, dessen Regeln auf Werten basieren.
Werte sind ein Spiel, dessen Regeln auf Bedürfnissen basieren.
Bedürfnisse sind ein Spiel, dessen Regeln wir selbst basteln können.

9

Es ist unser Spiel.